Information


AGE/TAILLE/SIZE

Eva-Maria Reiner, Stuttgart
18.03. – 23.04. 2006

Eröffnung: Freitag, 17. März 2006., 19.00 Uhr
Dauer: 18.03. - 23.04. 2006
Finissage: Sonntag, 23. April 2006, 16.00 Uhr
Ort: Schloss/Rathaus Neuhausen, EG und 3. OG


Was sind die charakteristischen Merkmale anthropomorpher Hüllen und nach welcher Logik und Gesetzmäßigkeit werden sie produziert und präsentiert?

Und wie kann man vorgeformte, labile Textilien zu einer allgemeingültigen plastischen Form transformieren?

Diese Fragen scheinen seit vielen Jahren im Hintergrund von Eva-Maria
Reiners Objekten und räumlichen Materialarrangements zu stehen.
Die typischen Requisiten menschlicher, überwiegend männlicher
Oberbekleidung wie beispielsweise Hemden, Hosen und (Anzugs-) Jacken, aber auch Damenblazer und Blusen, hat Eva-Maria Reiner als
Materialressource und als Untersuchungsgegenstand für sich entdeckt. Der Umgang mit der normierten Konfektionsware ist sowohl ein plastischer und als auch ein empirisch-forschender: Er besteht im Untersuchen, Auseinandernehmen, Stülpen, Maßnehmen, Übertragen, Bezeichnen und Berechnen, im Zusammenfügen und Neu-Arrangieren der Werkstücke. Aus jedem Arbeitsschritt, der mitunter Ähnlichkeiten aufweist zu den Arbeitsabläufen in einer Änderungsschneiderei, kann eine eigenständige Werkform hervorgehen.
Für die Werkgruppe “Textile Reliefs” gehören beispielsweise die Analyse der Machart, das Auseinandertrennen und Zerlegen sowie die Eingliederung in ein neues Ordnungssystem zu den plastischen Methoden. Die Scherenschnitte hingegen beruhen auf der Abnahme der Öffnungen menschlicher Kleidung, die nach Angaben der Künstlerin u.a. aus Rumpf, Kopf, 2 x Bein, 2 x Arm, 2 x Manschetten bestehen, sowie deren Übertragung als kreisförmige Flächenausschnitte auf Papierbahnen. Das menschliche Maß, das schon für die Konfektionsware maßgeblich ist, wird auch zur Maßeinheit der räumlichen Assemblagen. (S. Jakob)





EVA-MARIA REINER, Papierschnitte (nach Modellen), 2006

 
zurück | nach oben